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"Kurze Geschichten von Helden des banalen Alltags"
von Hans-Dieter Peschken, Rheinische Post, 4.4.2012

Zehn Erzählungen legt Reinhard Strüven vor, sie sind soeben unter dem Titel "Die neue Stadt" im Krefelder Sassafras Verlag erschienen. Der 1966 geborene Autor, früher Mitglied der von Ulrich Düsselberg geförderten Literaturwerkstatt, bekam den Literaturpreis der Stadt Dormagen. Tristesse ist in seinen kurzen Geschichten unausgesprochen gegenwärtig. Da trifft einer eine Frau am Bahnhof wieder, eine folgende kurze Zweisamkeit ist alles andere als eine Romanze.

Strüven schlägt einen Ton an, der an Böll oder Hemmingway erinnert, sich auf knappe Schilderungen der banalen Umstände beschränkt. Die Tragik des Alltags ist auch in "Othmarschen" thematisiert. Einer, der gerne ein Hamburger wäre, war nie dort und wird es kaum jemals schaffen, dorthin zu kommen. Ein anderer ist ein Künstler, der heimlich nachts in den Museen die Wände bemalt. Die Personen, die Strüven zu seinen "Helden" macht, scheitern an den Lebensformen der Stadt - und an sich selber.

Strüven ist ein Erzähler, der seine Geschichten mit Menschen und Schicksalen füllt, die nicht spektakulär sind, in denen aber Eigenarten und Erlebnisse aufscheinen, die nicht fremd sind, auch wenn es beim Lesen fröstelt und fremdelt. Sprachlich lässt sich Strüven nicht auf Experimente ein, die solide aufgebauten Texte sind den Regeln des Genres gemäß. Wenn es auch nur gut 100 Seiten sind, so ist doch kein schneller Lesekonsum zu erwarten. Lesen zum Zeitvertreib wird den Geschichten nicht gerecht. Irritationen können sich einstellen, auch Nachdenklichkeit. Es ist nicht die schlechteste Funktion literarischer Texte, als Auslöser für die Reflexion des Lesers über sein Leben zu dienen. Das leisten Reinhard Strüvens Geschichten." (pen)



Reinhard Strüven gewinnt in Iserlohn
von Andrea Reichart, Agentur Leseziel, 2009

351 Einsendungen aus ganz Europa, damit hatte niemand gerechnet, als das Literaturhotel in Iserlohn in Kooperation mit der Agentur Leseziel und dem Verband deutscher Schriftsteller in ver.di 2009 den Nachwuchswettbewerb ausschrieb. Das Thema war „Sprung".
Die sechsköpfige Experten-Jury kürte die Gewinner am 20. Juni. Dabei wurde beschlossen, die Anthologie auf 30 Texte zu erweitern, die nun im Herbst 2010 im Mönnig-Verlag erscheinen wird.

Hauptgewinner:
Altersgruppe bis 35: Eva Siegmund aus Berlin, 28 Jahre alt mit ihrem Text: „Bis das Seil reißt".
Altersgruppe 35-55: Reinhard Strüven aus Düsseldorf, 44 Jahre alt mit seinem Text „Von der Entstehung eines Kunstwerks".
Altersgruppe 55 plus: Beja C. Gaduhn aus Sandhatten, 63 Jahre alt mit ihrem Text „In die Freiheit".
(www.literaturhotel-franzosenhohl.de)